Samstag, 29. Oktober 2011

DIE LÜGE VOM LAUF DER DINGE

Und ein Freispruch für die Familie



Ehrlich, ich kann es nicht mehr hören, dieses oft noch mit so einer mittelständischen Selbstgefälligkeit vorgetragene „Ach ja, das ist eben so, da kann man doch eh nichts dran ändern.“
Diese Haltung ist zur Seuche des 21. Jahrhunderts geworden. Ich bin sicher, es gab keine Gesellschaft zuvor, die sich so wenig verantwortlich für gesellschaftliche Veränderungen fühlte wie unsere. Und das, obwohl diese Veränderungen in einer Geschwindigkeit passieren, wie sie selbst zu Zeiten der industriellen Revolution nicht stattgefunden haben. Und was gab es damals für ein Aufbegehren und was für eine Teilnahme. Heute stehen wir nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch und ökologisch vor fundamentalen Herausforderungen, reagieren darauf aber mit einer eigentlich unfassbar sturen Gelassenheit. Eine, die erschreckend ist, aber tatsächlich niemanden erschreckt. Im Gegenteil, wer erschrocken ist, wird noch als Apokalyptiker erkannt. „Ach ja, das ist eben so, da kann man doch eh nichts dran ändern.“

Fangen wir doch mal ganz schlicht gedacht an. Warum schaffen wir es einfach nicht mehr, gemeinschaftlich und kategorisch „NEIN“ zu sagen und dieses „NEIN“ dann auch durchsetzen? Unsere Vorväter haben für uns das Recht erkämpft, gefragt zu werden. Und um „NEIN“ zu sagen, müssen wir ja zunächst die Frage erzwingen. Immer wieder.
Einführung des Euro? Keine Fragen. Höchstens am Ende die lapidare Feststellung, das sei halt die Globalisierung: Unvermeidlich. Natur- oder sogar gottgegeben. Oder noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück: Millionenfache Einwanderung verkauft als Arbeitskräfteanwerbung für das sogenannte Wirtschaftswunder – ach ja, der Zahn der Zeit. War halt so, konnte man nicht voraussehen. Dass die heimische Industrie, die binnen Jahrzehnten nach dem II Weltkrieg wieder zu einer der weltstärksten herangewachsen ist, heute folgerichtig die Folgekosten zu tragen hätte, also die Integrationsmilliarden – die Frage steht noch nicht einmal zur Debatte! Der Lauf der Dinge. Tatsächlich? Es ist der Lauf der Dinge, dass wir dafür zu bezahlen hätten? Der Steuerzahler? Logisch.

Dabei sind das noch Erdnüsse, bedenkt man den aktuellen Raubzug. Finanzkrise, Banken- und Griechenlandfinanzierung. Letztere ja genaugenommen ebenfalls eine Bankenfinanzierung. Denn es geht ja um Banken-Forderungen die befriedigt werden wollen. Und die Entscheidungen und Forderungen derer, die dort schalten und walten sind natürlich NICHT das Ergebnis irgendeiner Evolution, sondern sie schalten und walten, weil wir ihnen die Fragen erlassen haben! Fragenerlaß – können wir uns das leisten? Wollen wir das? NEIN. Das ist eben NICHT der Lauf der Dinge. Wir lassen es einfach nur laufen.

Beispiel Atomkonsens. Da wird es dann fast wieder komisch. Denn da muss man, wenn man die Katastrophe in Japan und den daraus resultierenden atomaren Supergau als Entscheidungsgrundlage sieht, tatsächlich von einem Naturereignis sprechen. Es bedarf also einer Naturkatastrophe, die ersatzweise für uns Fragen erzwingt, auf die wir mit NEIN antworten? NEIN, wir wollen keinen Atomstrom mehr! Und das kollektive NEIN war dann ja auch laut genug.

Wenn also die Globalisierung, die Finanzkrise, die Kriege (Afghanistan, Irak, Libyen usw.), die Umweltzerstörung auch der „Lauf der Dinge“ sind, also irgendwie evolutionär, naturgegeben, dann müsste es doch, ähnlich wie beim Atomkonsens ein gebrülltes „NEIN“ geben. Aber da kommt nur laue Luft.

Was heißt das jetzt? Dass heißt, dass man eben ganz deutlich den Unterschied spürt zwischen Fukushima und Wall Street, zwischen Tsunami und Bagdad. Dass jeweils letztere ist von Menschen gemacht! Banker und Kriegsminster sind Menschen. Und denen gegenüber deutlich NEIN zu sagen, erfordert Mut. Ein NEIN zu Fukushima ist nur läppisch, denn Fukushima kennt in erster Instanz keine Profiteure.



Noch ein Beispiel: Die „Entvölkerung“. Aber nicht eines Landstriches, sondern die Auflösung des Begriffes „Volk“. „Das Deutsche Volk“. Ja doch, klingt doch heute für viele Besserwisser schon wie der Titel eines kruden Nazipornos. Der Lauf der Dinge? Eben nicht. Ich behaupte sogar, dass der Verlauf dieser Demontage ein Ziel hat: Nämlich die Gruppe mit der stärksten Option zum „NEIN“ zu diskreditieren. Wie werden wir leben wollen? Wird es auf eine "Bekenntnis-Volkszugehörigkeit" hinauslaufen? Nur wie kann so ein Bekenntnis aussehen? Wird es über die Einbürgerung, also die Staatsbürgerschaft vollzogen werden? Analog eines Glaubensbekenntnisses, wie es Matthias Matussek in seinem "Katholischen Abenteuer" mitdenkt? Wandelt sich Volks- bzw. runtergebrochen: Staatszugehörigkeit also von der Geburts-zur Glaubensfrage? Aber was wird dann das verbinde Element sein? Fragen über Fragen. Wird am Ende dann das ominöse Unvermeidbare, also doch "Der Lauf der Dinge" entscheiden? Und hat der Wandel längst staatgefunden, wie es beispielsweise ein Rubrecht Polenz (CDU/ Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, Vertreter einer "Islamfraktion" des Bundestages) behauptet?

Machen wir uns doch mal für den Moment frei von irgendwelchen nazi-idologischem Tamtam und schauen wir uns mal eine intakte Familie an. Die kleinste vorstellbare Gemeinschaft. Von mir aus obendrauf noch mit Generationenvertrag: Großeltern, Tanten, Nichten, Cousinen, Onkel usw.. Also gemeinsame, auf der Kraft der Verwandtschaft basierende Interessen, die man mit einem gemeinschaftlichen „JA“ oder „NEIN“ unmissverständlich und einstimmig vertreten kann.

Ja, ja – es ist so basisch, dass es bald albern ist, es zu erklären. Aber was kann man auf diesen maximal miteinander verknüpften Interessen aufbauen? Die Hausgemeinschaft, das Dorf, die Stadt, die Region, das Land, die Volksgemeinschaft? Pfui Spinne! Das ist ja voll Nazi! Nein, ist es eben nicht. War es nie. Es ist nur zum Anachronismus mutiert und massiv pervertiert. Um dann als Perversion zum Tabu für alles und nichts herzuhalten. Aber – will denn ernsthaft jemand anzweifeln, das man die Interessen seiner Kinder auf ganz andere Weise vertritt als die Interessen irgendwelcher x-beliebiger Menschen?

Klar, wir leben alle auf einem Planeten und „Wir haben das Land nur von unseren Kindern geborgt“. Gähn. Aber es stimmt ja! Nur anders. In dieser grünen 1970er „Von-unseren-Kindern-geborgt-Weisheit“, die man von so einem ollen Indianerhäuptling entliehen hat, steckt die ganze Wahrheit. Beinahe. Man muss nur noch das „unsere“ durch „meinen“ ersetzen. Und mal für den Moment die Kinder der Welt und diesen UNICEF-Benefiz-Gedanken fallen lassen. Denn in welcher Funktion hat der faltige Federgeschmückte wohl interveniert, als er in Washington dem Gouverneur die Leviten lesen wollte? Als Familienoberhaupt! Und was hat er gesagt? „NEIN!“

Mein Fazit ganz klar: Das stärkste „NEIN“ ist immer das einer starken Interessengruppe. Nicht zwangsläufig zahlenmäßig stark, sondern stark in der Verbundenheit zueinander. Und die idealste Form der Verbundenheit bleibt eben die Familie und alles, was nach oben raus darauf aufbauen kann, soll und will. Und das hat überhaupt nichts Ideologisches: So sehr man das auch kitschig, gestrig, oldschool oder nazimäßig finden möchte – es wirkt mit der Geburt von der Mutter rüber zum Kind und von beiden zum Vater. Und so gesehen kann der sogenannte Lauf der Dinge am effektivsten aus den Familien heraus verändert werden. Die Größe spielt dabei überhaupt keine Rolle. Nur die Funktionalität ist entscheidend. Das familiäre „NEIN“ ist die stärkste Kraft, weil sie massiv nach oben wirkt. Wen wundert es da noch, dass die Familie immer mehr diskreditiert wird. Sie ist ja der stärkste Gegner. Sie hat letztlich die größte Kraft. Wenn man sie zu bündeln weiß.

„Ach ja, das ist eben so, da kann man doch eh nichts dran ändern“ Kann man eben doch. Mit einem klaren "NEIN", das massiv, mitunter radikal, in diesen Verlauf eingreifen kann und sollte, wenn sich die Dinge vermeidlich zum Schlechtern wandeln.

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