Samstag, 22. Februar 2014

Eintracht Braunschweig – Zen, die Kunst zu verlieren.


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TO BE OR EINTRACHT BRAUNSCHWEIG

Braunschweiger sein, dass ist, mindestens in Sachen Fußball, ein Fall größtmöglicher gemeinschaftlicher Leidensfähigkeit. Denn kann man eigentlich noch brutal schöner verlieren als diese sensationell tragischen Helden aus Niedersachsens Fußballhauptstadt am Samstag in Nürnberg im wahrscheinlich entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt der Saison 2013/14?

Wohl noch nie in der Bundesliga hat ein Abstiegskandidat die wohl wichtigsten Punkte der laufenden Saison so spektakulär an einen ebenfalls akut abstiegsgefährdeten Gegner abgeben müssen. Die Sache ist schnell aber natürlich nur unter Bauchschmerzen erzählt: Braunschweigs wiedererstarkter Domi Kumbela "Torfabrik" machte zunächst nahtlos da weiter, wo er in der vergangenen Woche mit einem furiosen Eilzug zum HSV-Tor (Einsatz zweite HZ, 3 Kumbela-Tore) aufgehört hatte: 34. Minute Ecke, Kumbela, 1:0 für die Eintracht. Braunschweig aus dem Häuschen. Und noch besser: Zu dem Zeitpunkt spielte der Club bereits nach einem Foul in der 32 Minute mit einem Mann weniger.

Der Schicksalsmoment für die Eintracht kann dann ziemlich genau auf die 41. Minute festgelegt werden. Foul an Kumbela im Strafraum durch Torwart Schäfer, der eigentlich zusätzlich zum Elfer noch die rote Karte hätte bekommen müssen, aber unverdienterweise mit einer Gelben im Kasten verbleiben durfte. Also Jubel, also Elfer, also Kumbela. Und Nürnbergs Schäfer hält. Genauer: held. Die Franken nun ihrerseits aus dem Häuschen. Eine Initialzündung die die verbleibenden zehn Nürnberger zusammenschweißt? Nein, denn zunächst unterbricht der Abpfiff solche Gedanken. Halbzeit.

Und im zweiten Durchgang passierte, was nun mal passieren muss, wenn man mit maximaler Bewaffnung zurück auf dem Rasen einem zwar verunsicherten, aber brandgefährlich angeschlagenem Gegner gegenübersteht. Diese "Magie der Zehn", die bis heute noch niemand schlüssig erklären konnte, nahm seinen für Braunschweig verhängnisvollen Lauf.

Also elf Braunschweiger, von denen zunächst wohl jeder der zehn Feldspieler davon überzeugt schien, genau jener frei spielende Mann zu sein, der sich nun nicht mehr einen Gegenüber zuordnen braucht. Also Null Zuordnung und dann irgendwas um 13 Sekunden nach dem Anpfiff 1:1 und eine Minute später noch das 2:1 für Nürnberg. Dabei blieb es dann. Aus. Schluss. Vorbei.

Ach so, in diesen längsten verbleibenden 43 Minuten für Braunschweig fielen noch zwei Elfmeter. Einer auf der rechten einer auf der linken Spielfeldseite. Auch beide verschossen, also in der Partie drei verschossene Elfmeter – Rekord in der Bundesliga seit Bestehen.

Und Rekordbegeisterung in Nürnberg. Mehr als über den Sieg an sich noch über dieses gigantische Ringen. Ohne Braunschweig unmöglich! Denn nur Braunschweig hat den Spirit für solche Spiele. Nur leider ebenso oft für sich selbst, wie als Geschenk für den Gegner.

Was das nun alles bedeutet? Zumindest so viel, das, wer so ein Spiel auf so tragische Weise abgibt, eigentlich auch alle Chancen haben müsste, jedes weitere Spiel auch auf glücklichste Weise für sich zu entscheiden.

Eintracht Braunschweig hat als einzige Bundesliga-Mannschaft dieses manisch-depressive Grenzgänger-Abo, das am Ende auf wahrscheinlich herzanfallverdächtige Weise für den Klassenerhalt via Relegationsspiel sorgen wird.

Der leidensfähigste aller Bundesliga-Trainer mit dem größtmöglichen Rückhalt in seiner Stadt hätte es jedenfalls mindestens ebenso verdient, wie diese Ausnahme-Spieler und ihre völlig fußballverrückten Ausnahme-Fans in Blau-Gelb.

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